Rennbericht Gruppe West: Schermbeck, 07.11.2010

5. Lauf zur LRP-HPI-Challenge Saison 2010/2011

Die Gruppe West gastierte am 21. November in Schermbeck. Modellbau Sipotech betreibt die Hallenrennstrecke am schönen Niederrhein. Tja, und wie das so ist, es ist überall ein wenig anders. Anders, weil der absolut ebene Teppichkurs im Westen vom RC-Car-Rennfahrerinnen und Rennfahrern besonders Feingefühl für das Setup des Fahrzeugs erfordert. Logisch, wird so mancher nun denken; andere Strecke, anderes Setup. Stimmt, ist aber trotzdem am Niederrhein etwas anders. Der Teppich hat nämlich richtig „Griff“ – und daher muss man hier schon tief in die Setup-Kiste greifen, um das Auto hier optimal abzustimmen.
Und weil anders manchmal anders ist als woanders, ist auch die Veranstaltung ein wenig anders abgelaufen als sonst. Zeitplan, Versorgung, Rennleitung – alles prima wie gewohnt. Technische Abnahme, wie inzwischen schon fast üblich im Westen, vor dem jeweiligen Lauf – aber anders.
Volles Haus und volle Kontrolle – so das Motto des kompetenten Sipotech-Teams. Neben Waage und Multimeter waren auch Lötkolben und Schraubendreher im Einsatz. Denn außer den üblichen Kontrollen von Gewicht, zulässigen Tuning, der Akkuspannung und so weiter, standen weitere Stichproben auf der Checkliste des Rennleiters. Zwar staunten die Fahrer und Fahrerinnen nicht schlecht, als der erste Motor zerlegt wurde, aber schlussendlich waren alle einer Meinung: So eine Kontrolle räumt mit einigen immer wieder im Raum schwebenden Gerüchten auf. Es stellte sich doch tatsächlich heraus, dass es keine unerlaubten Eingriffe in Motoren, Regler oder anderes gab, so dass viel wahrscheinlicher der Mensch auf dem Fahrerstand und seine Leistung am Schrauberplatz die Gründe dafür sind, dass der ein oder andere eben doch etwas besser schrauben und sogar schneller fahren kann, als der andere.
Die meisten Teilnehmer waren übrigens mit dieser Art der TA sehr einverstanden. Sie war halt mal anders. Bevor nun irgendwer auf den Gedanke kommt, dass es im Westen bisher nur lasche TA´s gab, sei gesagt: Sie waren auch woanders gut und sinnvoll, aber eben anders. Und so soll es schließlich sein – denn Chancengleichheit wo es eben geht und regelkonformes Verhalten erreicht man nur durch Kontrollen. Wenn dann alle Teilnehmer so super mitspielen wie bei Sipotech, geht das gründlich und absolut stressfrei.
Anders war es da schon auf der Strecke. Da war es nicht stressfrei – vielmehr ging es da einmal mehr knallhart aber fair zur Sache. So mancher Pilot hatte nach seinem Lauf nicht nur schweißnasse Hände, sondern durchaus auch Schweißperlen auf der Stirn. Einige sollen sogar drei T-Shirts durchgeschwitzt haben ... .
Bei den Rookies hatte dann letztlich Sven Müller die Nase vorn. Er gewann vor Philip Stroh und Hubert Weilinghoff.
Die zehn Classic-Fans boten sich selbst und den zahlreichen Zuschauer sicherlich wieder einmal das schönste Fahrbild. Die verschiedenen liebevoll gestalteten Karrosserien sind halt immer wieder ein Fest für die Augen. Hier siegte Alex Piperto vor Jörn Hoormann und Frank Schmitz.
Die wie üblich stärkste Truppe scheuchte in der Klasse 17,5 die Autos über den Teppich. Und zwar so was von eng hintereinander, das es niemanden auf den Stühlen hielt. Jeder Anwesende wollte sehen, was da denn so abging. Und wie es abging – Duell folgte auf Duell, vemeintlich sichere Führungen gingen ruckzuck wieder verloren, Postionswechsel, knallharte Zweikämpfe; that’s racing! Übrgens nicht nur im A-Final, auch in den anderen Finals wurde dicht an dicht gekämpft – herrlich anzusehen. Am Ende hatte Jill Bartsch den obersten Podestplatz für sich erobert. Stufe zwei des Treppchens erklomm Michael Koch und auf Stufe drei fand sich Max Schmitz zur Siegerehrung ein.
Das B-Finale sicherte sich André Severt, das C-Finale ging an Tobias Balensiefer. David Kottus war Schnellster im D- und Marc Lademacher gewann das E-Finale von Schermbeck.
Deutlich schneller als bei den 17,5ern, ging es bei den Fahrern der Stock-Klasse um den Kurs. Die hämmerten eine schnelle Runde nach der anderen auf Rennstreckengrund, das es eine Freude war. Besonders gut hat die Sache Michael Spiering gemacht. Er gewann die Klasse vor Christian Lütjen und Dai Sakaguchi.
Anders als sonst, waren die Herren der Formelklasse diesmal nicht unter sich. Die erste Dame in dieser Klasse bereicherte das westliche Starterfeld und brachte mit ihrem zartrosa lackiertem Auto, mal eine etwas andere Farbe ins Spiel. Susanne Knüppe fuhr übrigens das einzige Auto im Feld, mit eine funktionierenden Rückleuchte – warten wir mal ab, ob das Schule macht. Damit ist die in Classic startende Georginia Piccio nicht mehr die einzige Frau im westlichen Challenge-Zirkus.
Der 20 Minuten Finallauf zeigte wieder einmal, wie dicht Freude und Enttäuschung beieinander liegen können. Zwar hatte Dai Sakaguchi an diesem Renntag nie ernsthaft um den Sieg in der Formel-Klasse bangen müssen, doch hinter ihm kam es zu etlichen Positionswechseln und ordentlichen Zweikämpfen. Leider ging dem ein oder anderen etwas zu früh der Strom aus, so das es am Schluss doch deutliche Geschwindigkeitsunterschiede zu beobachten gab. Hinter Dai kamen zunächst Karsten Bartsch als Zweiter und dann Jochen Ziegenhain auf Position drei ins Ziel.

Die Sieger der 17,5T Challenge

 

Die Sieger der Classic Challenge

 

Die Sieger der Formel Challenge

 

Die Sieger der Rookie Challenge

 

Die Sieger der Stock Challenge

 

Ergebnisse: